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Medicare

Berufswahl im Gesundheitswesen: Welcher Job passt zu wem?

Welcher Job im Gesundheitswesen passt zu mir?

Das Gesundheitswesen ist vielfältig und bietet eine große Jobauswahl. Eines haben aber alle Berufe gemeinsam: Sie bieten einen Arbeitsplatz mit tieferem Sinn. Wer in seinem Job Gutes tun möchte, der ist hier genau richtig. Es gibt viele verschiedene Ausbildungswege und Fachgebiete für unterschiedliche Interessen und Begabungen. Sie können in sehr großen und sehr kleinen Organisationen beschäftigt oder selbstständig sein. Es gibt Arbeitsbereiche mit viel oder wenig Patientenkontakt. Sie können einen kurzen oder einen sehr langen Ausbildungsweg vor sich haben. Wir stellen Ihnen hier Ihre Möglichkeiten vor. Vielleicht ist sogar ein Job dabei, an den Sie noch gar nicht gedacht haben.

 

Wenn Sie noch jung sind, die Matura oder eine andere Studienberechtigungsprüfung abgelegt haben oder dies tun möchten, dann kann ein Studium eine gute Wahl sein.

 

Gesundheitsjobs mit Hochschulausbildung

In Österreich sind mittlerweile viele medizinische Berufe nur noch über ein (FH-)Studium erreichbar. Klassische Ausbildungsberufe wie die Gesundheits- und Krankenpflege wurden auf ein universitäres Niveau gehoben. Viele dieser Studien sind Bachelorstudien mit einer Dauer von 6 Semestern. Darauf aufbauend gibt es an ausgewählten Fachhochschulen und Universitäten auch Masterstudien (oft berufsbegleitend möglich) und postgraduale Lehrgänge zur gezielten Spezialisierung oder weiteren Vertiefung. Diese sind meist für die primäre Berufsausübung nicht notwendig und haben unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen. Manche können auch an Studien aus anderen Bereichen, wie Informatik oder Wirtschaft anschließen, um eine Spezialisierung im Gesundheitsbereich zu erwerben. Da jede FH hier eigene Programme anbietet und spezifische Studiengänge oft nur an einem Ort angeboten werden, ist die Liste lang und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Den längsten Ausbildungsweg im Gesundheitsbereich bildet das Humanmedizinstudium. Angehende Ärzte brauchen viel Durchhaltevermögen. Ein Medizinstudium eignet sich daher hauptsächlich als primärer Ausbildungsweg und kaum zum Quereinstieg. Etwas schneller geht es beim Zahnmedizinstudium, da hier die Approbation direkt nach dem Studienabschluss erteilt wird.

 

Studienauswahl im Gesundheitsbereich:

 

Lange Studien und Ausbildungswege:
  • Arzt/Ärztin (Diplomstudium  6 Jahre/Facharztausbildung je nach Bereich min. ca. 4 oder ca. 6 Jahre) 

Info: Die Ausbildung wird derzeit reformiert, wodurch sich die Dauer v.a. im Bereich Allgemein- und Familienmedizin ändert. Die Ausbildungsdauer soll künftig von 45 Monaten auf 57 Monate angehoben werden. Eine genaue Auflistung finden Sie z.B. auf den Seiten der Ärztekammer Steiermark. Durch die Änderung der Basisausbildung von 9 auf 6 Monate verkürzt sich die Mindestausbildungszeit für andere Facharztausbildungen minimal auf 69 Monate.

  • Zahnarzt/-ärztin (Diplomstudium 6 Jahre)
  • Apotheker/in (Bachelor 3 Jahre/Master 2 Jahre/1 Aspirantenjahr)
  • Psychotherapeut/in (Bachelor 3 Jahre/Master 2 Jahre/min. 2 Jahre Postgraduale Ausbildung)

Info: Für Psychotherapeut(inn)en gibt es einen neuen Ausbildungsweg mit Bachelor, Master und einer verpflichtenden postgradualen Ausbildung bei Fachgesellschaften mit Patientenkontakt. Der bisherige Ausbildungsweg mit Propädeutikum und Fachspezifikum wird dadurch abgelöst.

 

Bachelorstudien, die direkt zur Berufsausübung qualifizieren:
  • Hebamme (Bachelor 3 Jahre)
  • Physiotherapeut/in (Bachelor 3 Jahre)
  • Ergotherapeut/in (Bachelor 3 Jahre)
  • Musiktherapeut/in (Bachelor 3 Jahre)
  • Diätologe/Diätologin (Bachelor 3 Jahre)
  • Logopäde/Logopädin (Bachelor 3 Jahre)
  • Orthoptist/in (Bachelor 3 Jahre)
  • Diplomierte/r Gesundheits- und Krankenpfleger/in (Bachelor 3 Jahre)

 

Weiterführende oder spezialisierende Masterstudien und Lehrgänge:
  • Physiotherapeut/in (Master mit unterschiedlichen Spezialisierungen 2,5-3 Jahre)
  • Osteopath/in (Master 2,5 Jahre oder Lehrgang 1,5 Jahre) 

Info: Zugangsvoraussetzung ist neben einem Abschluss in Physiotherapie, Medizin oder Zahnmedizin bzw. Medizinstudium ab SIP 4, auch eine osteopathische Grundausbildung (min. 3 Jahre)

  • Ergotherapeut/in (Master 3 Jahre)
  • Musiktherapeut/in (Master 2 Jahre)
  • Diätologe/Diätologin (Master 2,5 Jahre)
  • Logopäde/Logopädin (Master 2 Jahre)
  • Biomedizinische/r Analytiker/in (Master 2 Jahre)
  • Radiotechnologe/-technologin (Master 2,5 Jahre)
  • Advanced Practice in Diagnostic Imaging (Master 2,5 Jahre)
  • Diagnostischer Ultraschall (Master 2 Jahre oder Postgradualer Lehrgang 1 Jahr)
  • Advanced Practicing Nurse (Master 2 Jahre)
  • Angewandte Gesundheitswissenschaften (Master 2 Jahre)
  • Health Assisting Engineering (Master 2 Jahre)
  • Pflegewissenschaftler/in (Master 2 Jahre)
  • Medizinische Informatik / Digital Health Technologies / Health Assisting Engineering (Master 2 Jahre)
  • Digital Transformation in Healthcare (Master 2 Jahre)
  • Applied Technologies for Medical Diagnostics (Master 2 Jahre)
  • Medical Engineering and Analytics (Master 2 Jahre)
  • Medizinische Physik (Postgradualer Lehrgang 3 Jahre)
  • Molecular Precision Medicine (Master 2 Jahre)
  • Gesundheits- und Rehabilitationstechnik (Master 2 Jahre)
  • Gesundheitsmanagement und Integrierte Versorgung (Master 2 Jahre)
  • Gesundheitsförderung und ökosoziales Personalmanagement (Master 2 Jahre)
  • Management for Health Professionals (Master 4 Semester)
  • Qualitäts- und Prozessmanagement im Gesundheitswesen (Master 2,5 Jahre)

 

Info: Sie können gleiche oder ähnliche Berufsfelder auf unterschiedlichen Wegen erreichen. Für einige Berufe gibt es mehrere Ausbildungswege als Lehre oder schulische Ausbildung, z.B. Pflege(fach)assistenz, Fußpflege oder Massage. Auch manche Studien sind in ähnlichen Bereichen angesiedelt, wie spezielle Lehrberufe. Hier kommt es auch darauf an, ob Sie lieber praktisch oder theoretisch arbeiten und wie lange und aufwendig die Ausbildung sein soll.

 

Lehrberufe im Gesundheitswesen

Wer im Gesundheitswesen arbeiten möchte, muss nicht unbedingt ein langes Studium absolvieren. In Österreich gibt es auch verschiedene Lehrberufe, die einen frühen und praxisnahen Einstieg in den Gesundheitsbereich ermöglichen. Sie verbinden die Ausbildung im Betrieb mit Berufsschulunterricht und eignen sich besonders für Menschen, die gerne praktisch arbeiten, Verantwortung übernehmen und mit Menschen zu tun haben. 

 

Lehrberufe:
  • Augenoptiker/in (3,5 Jahre)
  • Chirurgieinstrumentenerzeuger/in (3,5 Jahre)
  • Drogist/in (3 Jahre)
  • Pharmatechnologe/Pharmatechnologin (3,5 Jahre)
  • Medizinproduktekaufmann/-frau (3 Jahre)
  • Pharmazeutisch-kaufmännische Assist/in (3 Jahre)
  • Orthopädieschuhmacher/in (3,5 Jahre)
  • Orthopädietechniker/in (3,5 Jahre)
  • Zahnärztliche/r Fachassistent/in (3 Jahre)
  • Zahntechniker/in (4 Jahre)
  • Pflegeassistent/in (3 Jahre)
  • Pflegefachassistent/in (4 Jahre)
  • Fußpfleger/in (3 Jahre/4 Jahre bei Kosmetik und Fußpflege)
  • Masseur/Masseurin (3 Jahre)

 

Schulische Ausbildung

Manche Ausbildungen werden immer noch klassisch in Pflegeschulen oder Ausbildungszentren angeboten. Die Ausbildung findet dabei überwiegend in Form von Unterricht und praktischen Einheiten bzw. Praktika statt. Je nach Ausbildung reichen die Angebote von kürzeren Qualifikationen (teilweise berufsbegleitend) bis hin zu mehrjährigen Ausbildungen. Besonders für Menschen, die sich beruflich neu orientieren möchten, können diese Lehrgänge eine gute Möglichkeit sein. Die Kosten können je nach Einrichtung unterschiedlich ausfallen.

 

Schulische Ausbildungen:
  • Rettungssanitäter / Notfallsanitäter (2 Monate-1 Jahr)
  • Operationstechnische/r Assistent/in (3 Jahre)
  • Medizinische/r Fachassistent/in (2 Jahre)
  • Laborassistent/in (10 Monate)
  • Röntgenassistent/in (10 Monate)
  • Desinfektionsassistent/in (6 Monate)
  • Obduktionsassistent/in (10 Monate)
  • Operationsassistent/in (10 Monate)
  • Pflegeassistent/in (1 Jahr)
  • Pflegefachassistent/in (2 Jahre)
  • Medizinische/r Masseur/in / Heilmasseur/in (ca. 1 Jahr)
  • Fußpfleger/in (einige Tage bis Monate)
  • Fitness- und Gesundheitstrainer/in (2 Monate-1 Jahr)
  • Medizinische/r Verwaltungsassistent/in (2-6 Monate)
  • Kardiotechniker/in (1,5 Jahre)
  • Optometrist/in (2 Jahre)
  • Zahnärztliche/ Assistent/in (3 Jahre)
  • Schwerpunkt Biomedizin- & Gesundheitstechnik (5 Jahre HTL)

 

Welcher Beruf im Gesundheitswesen eignet sich für wen?

Welcher Gesundheitsberuf zu Ihnen passt, hängt nicht nur von Ihren Interessen, sondern auch von Ihrer Persönlichkeit, Ihrer gewünschten Ausbildungsdauer und Ihrer aktuellen Lebenssituation ab. Die folgenden Fragen können Ihnen eine erste Orientierung geben:

 

Sie sind eher introvertiert und arbeiten gerne in Ruhe?

Dann könnten Berufe mit weniger direktem Patientenkontakt interessant sein, etwa biomedizinische Analytik, Laborassistenz, Zahntechnik oder Pharmatechnologie. Auch in der Radiologietechnologie oder Orthopädietechnik könnten Sie sich zu Hause fühlen.

 

Sie arbeiten gerne mit Menschen?

Dann bieten sich besonders Pflege, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Diätologie, Hebammenwesen, Psychotherapie oder zahnärztliche Fachassistenz an. Auch in der Rettung, medizinischen Massage oder als medizinische Fachassistenz steht der direkte Kontakt im Mittelpunkt.

 

Sie sind kreativ und möchten praktische Lösungen finden?

Dann können Ergotherapie, Logopädie, Zahntechnik, Orthopädietechnik, Orthopädieschuhmacherei oder Musiktherapie interessant sein. Hier können Sie Fachwissen mit Kreativität und praktischem Arbeiten verbinden.

 

Sie möchten möglichst schnell in einen Gesundheitsberuf einsteigen?

Für einen kurzen Ausbildungsweg kommen beispielsweise Rettungsdienst, Pflegeassistenz, Massage, Fußpflege oder medizinische Assistenzberufe infrage. Die genaue Ausbildungsdauer und Zugangsvoraussetzungen unterscheiden sich je nach Beruf.

 

Sie interessieren sich besonders für Medizin, möchten viel Verantwortung übernehmen und sind bereit, lange zu lernen?

Wenn Sie sich intensiv mit dem menschlichen Körper, Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten beschäftigen möchten und ein langes, anspruchsvolles Studium für Sie infrage kommt, könnten Humanmedizin oder Zahnmedizin passende Wege sein. 

 

Sie interessieren sich für Biologie und Chemie und möchten gerne im Labor tätig sein?

In diesem Fall kann Pharmazie, Pharmatechnologie oder biomedizinische Analytik sehr passend sein. Sie benötigen ein hohes Maß an Genauigkeit und Konzentration.

 

Sie interessieren sich für Technik und Medizin?

Dann könnten Radiologietechnologie, Kardiotechnik, Orthopädietechnik, Pharmatechnologie oder Chirurgieinstrumentenerzeugung zu Ihnen passen. Diese Berufe verbinden medizinische Fragestellungen mit technischen oder handwerklichen Aufgaben. Auch von anderen Fachrichtungen wie Informatik oder Physik können Sie sich auf den medizinischen Bereich spezialisieren.

 

Sie möchten gerne praktisch und körperlich arbeiten?

Dann sind Physiotherapie, Pflege, Ergotherapie, Massage, Orthopädieschuhmacherei oder Fußpflege mögliche Richtungen. Hier steht die praktische Arbeit am oder mit dem Menschen stärker im Vordergrund.

 

Sie möchten beraten und erklären?

Berufe wie Diätologie, Pharmazie, Logopädie, Augenoptik, Drogistik oder zahnärztliche Fachassistenz verbinden Fachwissen mit Beratung und Kommunikation.

 

Sie können gut mit Stress und Verantwortung umgehen?

Wenn Sie auch in anspruchsvollen Situationen ruhig und handlungsfähig bleiben, können Rettungsdienst, Pflege, Medizin, Hebammenwesen, OP-Berufe oder Kardiotechnik interessant sein. Je nach Einsatzbereich können hier schnelle Entscheidungen und hohe Konzentration erforderlich sein.

 

Letztlich gibt es nicht den einen „richtigen“ Gesundheitsberuf. Entscheidend ist, welche Tätigkeiten Sie im Alltag gerne ausüben, wie viel Kontakt mit Menschen Sie möchten, welche Belastungen für Sie passend sind und wie viel Zeit Sie in Ihre Ausbildung investieren können. Auch ein Quereinstieg kann eine gute Möglichkeit sein, zunächst über eine kürzere Ausbildung Erfahrungen im Gesundheitswesen zu sammeln und sich später weiterzuentwickeln.

 

Weitere Informationen zu den Berufen finden Sie z.B. beim österreichischen Gesundheitsportal oder beim AMS Ausbildungskompass.



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