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Vorstellungsgespräch in der Pflege: Wie Sie Ihre Stärken richtig präsentieren

Vorstellungsgespräch in der Pflege

Man könnte beim aktuellen Pflegekräftemangel vielleicht denken, dass eine ausgebildete Fachkraft sowieso jeden Job bekommt, um den sie sich bewirbt. Muss man sich also gar nicht bemühen beim Vorstellungsgespräch? 

Wir finden, eine gute Vorbereitung gehört einfach dazu! Auch wenn der Jobmarkt gut aussieht, entscheidet das Vorstellungsgespräch trotzdem über den guten ersten Eindruck und der ist schließlich entscheidend für die weitere Beziehung zum/zur Arbeitgeber/in. Sie möchten als kompetent und verantwortungsbewusst wahrgenommen werden, damit der/die zukünftige Chef/in auch weiß, dass er/sie Ihnen vertrauen kann. So sichern Sie sich außerdem eine gute Position für die Vertragsverhandlungen. Sie können heutzutage wählerisch sein. Wenn Sie sich bestimmte Vorteile wünschen, dann sollten Sie aber auch Ihre eigenen Vorzüge gut präsentieren.

 

Eine gute Vorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg

Bereits Ihr erstes Auftreten ist entscheidend. Schlichte professionelle Kleidung, Pünktlichkeit und Ruhe strahlen Kompetenz aus. Es ist wichtig, sich vorab über die Einrichtung zu informieren und am besten schon passende Fragen vorzubereiten, die Sie im Anschluss an das Gespräch stellen können. Mit der richtigen Vorbereitung verläuft das Gespräch für Sie viel entspannter und sicherer. 

 

Recherche

Informieren Sie sich im Internet über die Einrichtung. Hier sind einige Anhaltspunkte für die Recherche:

  • Basisinformationen zu Geschichte, Pflege- und Therapieformen
  • Namen und eventuell Bilder von leitenden Angestellten
  • Weiterbildungsmöglichkeiten, Vorteile und Vergünstigungen für Mitarbeiter/innen
  • Aktuelles / Neuheiten 

 

Wünsche formulieren

Überlegen Sie sich vorab, wie Ihre Wünsche und Ziele aussehen. In welchem Bereich arbeiten Sie am liebsten? Welche Aufgaben zählen zu Ihren Stärken? Wie stellen Sie sich Ihre Arbeitszeiten und das Gehalt vor? Welche Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten wünschen Sie sich? Überlegen Sie sich sowohl eine Idealvorstellung als auch Bereiche, in denen Sie flexibel sind und Kompromisse eingehen können. 

 

Passende Kleidung suchen

Wählen Sie die Kleidung für das Vorstellungsgespräch nicht erst am Tag des Gesprächs aus und stellen Sie sicher, dass alles für den Tag gewaschen und gebügelt ist. Schlichte Kleidung, dezenter Schmuck und Make-up passen gut. Wichtig ist, dass Sie sauber und gepflegt aussehen. Wenn Sie sich in der Pflege bewerben, brauchen Sie kein Business Outfit. Auch im Sommer sollten Sie aber zu einer langen Hose und einem schulterbedeckenden Oberteil greifen. Flipflops und Hotpants wären unangebracht. Die Nägel sollten gepflegt und sauber wirken. Auf Nagellack und künstliche Nägel sollten Sie aber verzichten, da diese im Job ohnehin nicht erlaubt sind. Wenn Sie sich für eine leitende Funktion oder eine kaufmännische Position bewerben, dann darf es etwas schicker sein, z.B. mit Bluse und dunkler Hose.

 

Dokumente mitbringen

Bereiten Sie wichtige Zeugnisse und Dokumente vor, um sie zum Termin mitzunehmen. Bringen Sie auch etwas zum Schreiben mit, damit Sie sich Notizen machen können.

 

Vorstellung und Antworten vorbereiten

Meist beginnt das Vorstellungsgespräch direkt damit, dass Sie etwas über sich erzählen sollen. Überlegen Sie sich vorab, was Sie sagen möchten. Diesen Teil können Sie sich aufschreiben und vor dem Spiegel proben, um sicherer zu werden. Nennen Sie Ihren Namen, Ihr Alter und Ihre Ausbildung, sowie Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen. Erwähnen Sie besondere Eigenschaften, Ihre Stärken und Ihre persönlichen Ziele. Machen Sie es etwas persönlicher, indem Sie Erlebnisse einbauen, z.B. wie Sie zur Pflege gekommen sind. 

 

Auf diese häufigen Fragen sollten Sie Antworten haben:

Wieso denken Sie, dass Sie für diese Stelle genau der/die Richtige sind?

Erwähnen Sie hier nochmals eventuelle Zusatzqualifikationen und Stärken, die zu der Position passen. Sie können auch verdeutlichen, was Sie an der Einrichtung schätzen und wie dies zu Ihnen passt. Erklären Sie, dass Ihre Stärken genau zu dem passen, was der/die Arbeitgeber/in gerade sucht. 

 

Warum möchten Sie gerade für uns arbeiten?

Hierfür nutzen Sie Ihre Recherche zu der Einrichtung. Was gefällt Ihnen an der Struktur, den Aufstiegsmöglichkeiten oder der Organisation? Vielleicht kennen Sie bereits jemanden aus dem Team und haben genauere Einblicke über positive Aspekte.

 

Was sind Ihre Stärken und Schwächen?

Diese Frage ist zwar eigentlich nicht mehr “State of the Art”, trotzdem wird Sie von einigen Personalverantwortlichen immer noch gestellt. Sie sollten für den Fall der Fälle vorbereitet sein. Beantworten Sie diese heikle Frage möglichst ehrlich. Versuchen Sie nicht, Stärken als Schwächen auszugeben (z.B. Perfektionismus). Die genannten Schwächen sollten allerdings kein No-Go für den Job sein. Wenn Sie in der Pflege arbeiten wollen, sollten Sie also nicht sagen, dass Sie nicht gerne mit Menschen arbeiten. 

Erwähnen Sie immer auch, wie Sie Ihre Schwächen bewältigen. z.B. mit To-do-Listen, falls Sie etwas unorganisiert sind. Sie können hier auch Weiterbildungsbedarf in bestimmten Bereichen nennen. 

Untermauern Sie Ihre Stärken mit konkreten Beispielen aus Ihrem Arbeitsalltag. Überlegen Sie z.B. wie Sie am besten zeigen können, dass Sie geduldig oder stressresistent sind. In welcher Situation hat Ihnen diese Eigenschaft genutzt? Wenn Sie kurz echte Situationen ansprechen, wirken Ihre Ausführungen direkt glaubwürdiger und sympathischer.

 

Was sind Ihre Gehaltsvorstellungen?

Recherchieren Sie vorab im Kollektivvertrag, welches Gehalt Sie zu erwarten haben. Bei Zusatzqualifikationen können Sie Ihr Wunschgehalt auch etwas höher ansetzen.

 

Was wünschen Sie sich von Ihrem zukünftigen Arbeitsplatz?

Zeigen Sie realistische Erwartungen und erwähnen Sie, was Ihnen besonders wichtig ist, z.B. ein wertschätzender Umgang oder regelmäßiges Feedback.

 

Wie gehen Sie mit Stress/Konflikten um?

Diese Frage wird häufig gestellt, wenn Sie sich für eine leitende Funktion bewerben. Sie sollten sich konkrete Beispiele überlegen, wie Sie in Situationen mit Stress oder Konflikten bereits reagiert haben. Nur zu sagen, dass Sie gut mit Stress umgehen können, wird hier nicht ausreichen.

 

Ihre Fragen

Am Ende des Vorstellungsgesprächs werden Sie in der Regel darauf angesprochen, ob Sie noch Fragen haben. Um Interesse zu zeigen, ist es wichtig, dass Sie hier nicht einfach “Nein” sagen. Bereiten Sie ein paar Fragen vor, wenn während dem Gespräch für Sie keine aufgekommen sind. z.B.:

  • In welchem Team werde ich eingesetzt?
  • Wie wird der Dienstplan gemacht? Wie wird mit Dienstplanwünschen oder kurzfristigen Ausfällen umgegangen?
  • Wie würden Sie die Teamdynamik auf der Station beschreiben?
  • Wie läuft die Einarbeitung ab? Gibt es ein Mentorensystem?
  • Welche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten bieten Sie an?
  • Wie sieht der weitere Prozess und der zeitliche Rahmen für Ihre Entscheidung aus?

 

Route planen

Kennen Sie den Weg zu Ihrem Vorstellungsgespräch bereits? Wenn nicht, sollten Sie extra Zeit einplanen, um den richtigen Weg zu finden. Pünktlichkeit ist sehr wichtig. Planen Sie mehr Zeit ein, falls Sie im Stau stehen oder es zu Verzögerungen im öffentlichen Verkehr kommt.

 

Der große Tag: Die Körpersprache beim Vorstellungsgespräch

Mit der richtigen Vorbereitung können Sie zuversichtlich in Ihr Vorstellungsgespräch starten. Atmen Sie vor dem Gespräch tief durch. Ein bisschen Nervosität ist normal. Begrüßen Sie Ihr Gegenüber freundlich und mit Augenkontakt. Auch der Händedruck sollte angemessen stark sein, um Zuversicht auszudrücken. Wenn Sie nach Ihrem Getränkewunsch gefragt werden, nehmen Sie am besten ein stilles Wasser. Setzen Sie sich erst, nachdem Ihr Gegenüber Ihnen signalisiert hat, wo Sie sich setzen sollen. Achten Sie auf Ihre Sitzposition und Ihre Körpersprache. Verschränken Sie die Arme nicht. Sitzen Sie aufrecht und dem Gesprächspartner zugewandt. Lehnen Sie sich am Tisch eher etwas vor, zu Ihrem Gesprächspartner hin und nicht zurück. Antworten Sie möglichst ruhig und sprechen Sie nicht zu schnell.

 

Überzeugen Sie Ihr Gegenüber von Ihren Qualifikationen ohne große Übertreibungen. Bleiben Sie professionell, aber nicht zu starr. Ihre Persönlichkeit unterscheidet Sie von anderen Kandidat(inn)en mit derselben Ausbildung, bringen Sie sie ein und bleiben Sie so in Erinnerung.



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